Here comes the rain again – Tag 1 und 2

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Die Dämmerung hält Einzug. Einhundert Kilometer vor Budapest. Wir haben ein Gewitter passiert. In der Ferne mischt sich das Lila mit dem Gelb der Dämmerung. Ein Feldweg in Autobahnnähe dient uns als Versteck und Rastplatz. Das Zelt fix aufgebaut, der Hunger. Doch wir brauchen zu lang. Der Regen hat uns ein und so essen wir die Dosen Ravioli (all time classic) in unserem Auto. Kalt …

Die Wärme drückt immer noch: „Unsere Schlafsäcke brauchen wir bei der Hitze eh nicht!“ Und so legen wir uns auf unsere Säcke und genießen das Streichen des Windes und das Plätschern des Regens.

Der Blitz und das Zucken

Zwei Stunden später. Ein Blitz zuckt über den Himmel. Ric schreckt auf, weckt uns beide und verjagt uns ins Auto. Der taktische Rückzug bedeutet knacken im Auto bis der Regen wieder nachlässt. Dann holen wir die Schlafsäcke nach.

Am Zelt angekommen stellen wir fest. Unser Zelt ist abgesoffen…

Drei Handbreit steht das Wasser in der Mitte des Zeltes. „Unsere Schlafsäcke brauchen wir bei der Hitze eh nicht.“ Karma ist 1 Bitch.

Jetzt hilft jedoch nur ein kühler Kopf: Alles schnell raus und Zwischenlager im Kofferraum. Rics Schlafsack tropft, genauso wie die Stimmung. Aber unsere Laune darf unser Handeln nicht bestimmen: Zelt auskippen, Gepäck abwischen und organisieren. Während um uns noch das Gewitter zieht. Mitten in der ungarischen Puszta. Am ersten Abend der Rallye.

Mit Zähneknirschen zurück ins Auto. Der Atem beschlägt die Scheibe und das Wasser läuft zu Adern zusammen.

Starr und in Bewegung

In der nächsten Früh um 7 sind wir wach. Als hätten wir geschlafen… Starr-gesessen, ins Zelt wankend, der Rücken nass vom Regen. Bei Tageslicht sehen wir den Anfängerfehler…Das Zelt ist nicht richtig abgespannt und das Zelt ist offen. Warum übersieht man so etwas?? All unsere Festival-Erfahrung offensichtlich nutzlos.

Egal, es muss weitergehen. Die Jungs in Tajikistan warten auf ihre Equipment. Den Rücken gestrafft und ab geht´s. Heute noch Budapest, morgen die ganze Welt.

Frühstück bei Mäkkes (grober Rallyefehler?!?). Ungarn zeigt seine regnerisches Gesicht. Es wirkt wie ein gelbes, flaches Land. Wir erfahren, dass Durchfahren nicht Erleben bedeutet. Rechts Sonnenblume, links Kürbis.

Weiter bis nach Nyiregháza, dort gibt es Mittag: Schweinefleisch mit Bohnen oder sauren Gurken. Liebevoll erhitzt durch die lokale Mikrowelle. Die Laune hebt sich. Auch weil der Schlafsack zusehends trocknet.

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Romania pâna la piele

Gegen dreiviertel Vier schweben wir durch die rumänische Grenze. Puh. Das „erste Mal“ Grenzkontrolle ist immer spannend.

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Auf dem Weg zu unserer Übernachtung geht Ric noch ein Gedanke durch den Kopf:

„Is´ es nich bizarr, dass wir in einem Metallkäfig mit einer Glaskuppel oben druff durch verschiedenste Länder schießen?“

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